Verbraucherinsolvenz - Ablauf der Verbraucherinsolvenz


  1. Mit Hilfe unseres Antragformulars übermitteln Sie uns Ihre persönlichen Daten (Name, Adresse, Einkommen, etc.), Namen und Anschriften Ihrer Gläubiger sowie den entsprechenden Schuldenstand bei den einzelnen Gläubigern.

  2. Die Gläubiger werden von unserer Kanzlei außergerichtlich angeschrieben. In diesem Verfahrensstadium wird versucht, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. In den meisten Fällen leben die Schuldner unterhalb des Existenzminimums und können den Gläubigern nichts anbieten. Dies müssen Sie auch nicht.
    Wir bilden in unserem Vergleich das gerichtliche Verfahren 1 zu 1 ab und bieten für diesen Fall den Gläubigern einen sog. flexiblen Nullplan an. Sie zahlen also nur dann etwas an die Gläubiger, sofern Sie in den nächsten 6 Jahren wieder mehr als das Existenzminimum verdienen sollten. Nach Ablauf der 6 Jahre müssen die Gläubiger auf die Restschuld verzichten. Den Gläubigern machen wir dadurch entsprechend Druck, dass wir das gerichtliche Verfahren androhen, wodurch die Gläubiger noch schlechter stehen würden. Selbstverständlich können Sie auch die Wahrscheinlichkeit einer außergerichtlichen Einigung durch ein freiwilliges Ratenzahlungsangebot über den pfändungsfreien Betrag hinaus erhöhen, was jedoch oftmals teurer ist, als die Kosten für das gerichtlice Verfahren aufzubringen.

  3. Sollte eine solche Einigung nicht erzielt werden können, so sind wir als Rechtsanwälte berechtigt, Ihnen die für die Einleitung des gerichtlichen Verfahrens notwendige Bescheinigung auszustellen, dass eine außergerichtliche Einigung ernsthaft versucht wurde.

  4. Wir stellen für Sie beim zuständigen Amtsgericht – Insolvenzgericht - den Antrag auf Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens mit anschließender Restschuldbefreiung.

  5. In dem geordneten Gerichtsverfahren können die Gläubiger nun ihre einzelnen Forderungen zur Insolvenz anmelden. Einzelvollstreckungen von Gläubigern mittels Gerichtsvollzieher etc. sind dann nicht mehr erlaubt. Das Gericht prüft, ob verwertbares Vermögen vorhanden ist, das an die Gläubiger verteilt werden kann.

  6. Danach beginnt die sogenannte „Wohlverhaltensperiode". Sie dauert 6 Jahre und wird von einem Treuhänder begleitet.
    Sollten Sie in dieser Zeit Einkünfte oberhalb der Pfändungsfreigrenzen, also des Existenzminimums haben, so wird der überschießende Betrag an die Gläubiger über ein Treuhänderkonto abgeführt. Dies ließe sich jedoch auch ohne Verbraucherinsolvenzverfahren nicht verhindern. Der Schuldner hat sich insofern "wohl" zu verhalten, als er alle Einkommens- und Vermögenszuwächse sowie sonstige Änderungen seiner persönlichen Verhältnisse unaufgefordert mitzuteilen hat.

  7. Sind die 6 Jahre vorbei, erlässt das Gericht bei Vorliegen aller Voraussetzungen die Restschulden. Noch offene (Alt-) Forderungen der Gläubiger sind damit erloschen.
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